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	<title>toscho.design&#187; Politik</title>
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	<description>Redaktion und schwer geprüftes Webdesign aus Halle (Saale)</description>
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		<title>Piraten zur Wahl</title>
		<link>http://toscho.de/2009/piraten-zur-wahl/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 01:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Unterstützung zur Wahlzulassung gesucht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer <a href="http://delicious.com/toscho">meine Lesezeichen</a> verfolgt, hat es sicher schon bemerkt: Ich interessiere mich wieder für Politik. Den Grund kann sich jeder denken; dazu schreibe ich vielleicht später einmal was.</p>
<p>Seit 2006 gibt es in Deutschland die <a href="http://www.piratenpartei.de/">Piratenpartei</a>, aber erst zur letzten Europawahl habe ich sie so richtig wahrgenommen.</p>
<p>Jetzt möchte sie zur Bundestagswahl antreten, und dazu braucht sie in jedem Bundesland eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unterstützungsunterschrift">Unterstützungsunterschrift</a> von 1% aller Wahlberechtigten. Klingt nicht viel, ist aber in der Praxis eine ganze Menge.</p>
<p>Ich weiß noch nicht, ob ich sie wählen <em>werde</em>, halte sie aber zumindest für <em>wählbar</em>&#160;– im Gegensatz zu CDU und SPD.</p>
<p>Im Moment brauchen die Piraten noch Stimmen in:</p>
<ul>
<li>Mecklenburg-Vorpommern (Link inzwischen tot),</li>
<li>Bremen (Link inzwischen tot),</li>
<li>Thüringen (Link inzwischen tot),</li>
<li><a href="http://www.piraten-lsa.de/">Sachsen-Anhalt</a> und</li>
<li>im Saarland (Link inzwischen tot).</li>
</ul>
<p>Bitte ladet das Formular für die Unterschrift herunter, füllt es aus, und schickt es ab. Das kostet eine Briefmarke. So billig wird Demokratie nie wieder.<br />
Spätestens am 19.07.2009 müssen alle Stimmen eingegangen sein, also beeilt euch bitte!</p>
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		<title>Automatisch makaber</title>
		<link>http://toscho.de/2009/automatisch-makaber/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 19:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Über einen Sprachunfall bei Facebook.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorhin hat <a href="http://www.ennomane.de/">Enno</a> bei Twitter einen Link gepostet zu einem Video auf Facebook, das die grausamste Seite der aktuellen politischen Situation im Iran zeigt: Eine Frau stirbt. Diese Augen. <em>Diese Augen!</em></p>
<p>Jetzt frage ich mich, warum ich da überhaupt draufgeklickt habe. Ich habe schon mehr als genug Gewalt erlebt. Das hat mich <em>nicht</em> abgehärtet. Im Gegenteil.</p>
<p>Doch das ist meine Sache. Von breiterem Interesse dürfte eine Funktion bei Facebook sein, mit der man einen Beitrag »merken« kann. Das Resultat sieht dann so aus:</p>
<p><img src="http://img.toscho.de/screenshots/websites/facebook-iran-gefaellt.png" alt="30 Personen gefällt das?" width="438" height="256" /></p>
<p>Im sterilen Layout Facebooks mag man sich wie in einer sicheren Welt vorkommen. Man zeigt nur, was einem gefällt. Daß man etwas nicht mag, ja ganz und gar <em>verabscheut</em> – das paßt dort nicht hin.</p>
<p>Ich <a href="http://webkompetenz.wikidot.com/forum/t-163548/facebook-ich-auch-ich-auch#post-513463">halte ohnehin wenig</a> von Facebook und vergleichbaren Diensten – die vorstrukturierten Kommunikationsformen sagen mir nicht zu, und ich will meine Daten nicht noch weiter verstreuen. Das sind das recht abstrakte Gründe. </p>
<p>Aber das Grauen, das ist konkret.</p>
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		<title>Überwach statt überwacht</title>
		<link>http://toscho.de/2009/ueberwach/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 10:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Scholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunterlei]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine persönliche Erfahrung mit dem Überwachtwerden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wurde 1973 geboren. In der DDR. Meine Mutter war damals 20 Jahre alt – 15 Jahre jünger als ich heute also. Das kann ich noch immer nicht fassen.</p>
<p>Sie war Krankenschwester, hatte zuvor aber – wie ich viele Jahre später – Journalismus in Leipzig studiert. Da wollte die <a href="http://www.mdr.de/damals/1702916.html">Stasi</a> sie als »Informatin im westlichen Ausland« anwerben und zum Abbruch der Schwangerschaft überreden. Denn ein Spitzel mit Familie ist unzuverlässig. Sie warf den Stasi-Mitarbeiter raus – Ende des Studiums und ihrer Karriere. War ich dieses Opfer wert?</p>
<p>Viele ihrer Freunde waren Studenten.  Junge Menschen können oft noch selber denken – sie sehen genau, was nicht stimmt mit ihrer Umwelt. Und sie reden darüber.<br />
In der DDR galten sie daher als potentielle Verbrecher. Ein komplexes System sollte sie zu »altem« Denken erziehen – <a href="http://www.mdr.de/damals/lexikon/1774221.html">Pionierorganisation, FDJ</a>, <a href="http://www.mdr.de/damals-in-der-ddr/lexikon/1774975.html#absatz3" title="Gesellschaft für Sport und Technik">GST</a> etc. – aber das funktionierte nur mäßig.<br />
Die »Führungskräfte« wußten das. Deshalb versuchten sie, <em>einfach jeden</em> zu kontrollieren. 1973 hatte die Stasi mehr als 52000 offizielle Mitarbeiter, und sie wuchs schnell. Die Menge der <a href="http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Inoffizielle_Mitarbeiter_des_MfS">Inoffiziellen Mitarbeiter</a> (IM) war ungefähr doppelt so hoch. Jeder kannte mindestens einen offiziellen Mitarbeiter der Stasi und zwei inoffizielle – wissentlich oder nicht.</p>
<p>Zurück zu unserem Alltag: Meine Mutter war nicht nur mit Studenten befreundet, sondern auch mit ehemaligen politischen Häftlingen: Menschen, die eine <a href="http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Republikflucht">Republikflucht</a> oder ähnlich »staatsfeindliche Aktionen« versucht hatten. Sie hatten das <a href="http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/Folter_Alltag_in_DDR_Knaesten_Bericht_eines_Betroffenen.1930642.0.01105.html">wahre Gesicht</a> des Staates gesehen – und waren daran zerbrochen.</p>
<p>Ich erinnere mich an eine Frau, die niemandem in die Augen sah. In ihrer Gegenwart fühlte ich mich eingeschüchert und irgendwie … verantwortlich. Aber auch hilflos. ›Beklommen‹ trifft es vielleicht.</p>
<p>Später war meine Mutter mit einem Mann befreundet, der <em>vom Westen in den Osten geflohen</em> war.</p>
<p>Kurz: Sie war die perfekte Überwachungskandidatin. Und sie wurde auch überwacht. Aber nicht perfekt.</p>
<p>Die IM waren überall: Meine Lehrer, ihre Arbeitskollegen, die Nachbarn … <em>Freunde</em>.<br />
Ich bemerkte lange Zeit wenig davon. Doch als ich 9 oder 10 Jahre alt war, habe ich einmal mit einem Freund »Telefonstreiche« gespielt: Leute mit komischen Namen aus dem Telefonbuch herausgesucht und Quatsch erzählt. Beim vierten oder fünften Versuch – noch ehe ich überhaupt eine Nummer gewählt hatte – sprach plötzlich eine Frau dazwischen: »Hört auf damit!«.</p>
<p>Nach dem ersten Schrecken habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen: Da gab es irgendwo Menschen, deren <em>Beruf</em> es war, uns beim Telefonieren zuzuhören. Sie standen morgens auf, aßen ihr Frühstück, gingen ganz normal zur Arbeit – und dann brachen sie in unsere Privatsphäre ein.</p>
<p>Von da an ging ich sehr, sehr vorsichtig mit dem Telefon um. Keine Verabredungen, nichts Persönliches oder Politisches. Im Grunde war es kein Telefon mehr.</p>
<p>Nach der Wende hätte ich unsere Stasi-Akte ansehen können. Bis heute schiebe ich das vor mir her; vielleicht mache ich es nie. Denn auf die Namen kommt es nicht an.<br />
<em>Spitzel sind austauschbar.</em> Sie sind eigentlich nur Dinge, keine Menschen. Das Grauen liegt nicht in dem, was ein Spitzel denkt oder fühlt, sondern darin, daß er das Private zerstört und die Unschuldsvermutung, die ja politische Freiheit erst möglich machen.</p>
<p>Ich habe Politikwissenschaft studiert. Aber wenn ich die Diskussionen zur <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/">Vorratsdatenspeicherung</a> lese, zur <a href="http://www.bundestrojaner.net/">Online-Durchsuchung</a>, zur <a href="http://www.heise.de/tp/r4/inhalt/stasi.html">Stasi 2.0</a> – dann treten all meine sachlichen Bedenken zurück hinter den initialen Schrecken meiner Kindheit, den eine anonyme Stimme am Telefon in mir ausgelöst hat. </p>
<p>Der Einzelne fühlt sich nicht sicherer, wenn er überwacht wird. Auf ihn kommt es aber an, wenn wir überhaupt etwas schützen wollen.</p>
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